Unser Fest für Frieden und Demokratie
„Begegnung statt Ausgrenzung“ war das Motto des dreitägigen Festivals am Naturfreundehaus Günthersmühle
Spätsommerliches Wetter, emsiges Treiben an der Günthersmühle im Kasselgrund: Das dreitägige Fest für Frieden und demokratische Werte lockte als gemeinsame Aktion der beiden Vereine Naturfreunde Offenbach und Kunst- und Kulturinitiative SpessArt06050 e.V. mehr als 500 Besucher an. Hierbei brachten zahlreiche Menschen aus beiden Vereinen ihre Erfahrungen, unterschiedlichen Fähigkeiten und Netzwerke ein, um die Veranstaltung mit ihrem reichhaltigen Angebot zum Erfolg zu führen.
Um es vorne weg zu nehmen, einen der mitreißendsten Momente des gesamten Wochenendes und sicher den emotionalen Höhepunkt bildete am Sonntagmorgen der gemeinsame Auftritt des Biebergemünder Kinder- sowie Jugendchors mit dem gemischten Chor StimmArt aus Bieber und Wiesen beim Lied „Wir ziehen in den Frieden“. Neben langanhaltendem Applaus reagierte das zahlreiche Publikum überaus emotional. Doch dazu später.
Workshops, Ausstellungen und Kabarett
Begonnen hatte das Fest schon am Freitagmorgen ganz bewusst mit jungen Menschen. Rund 30 Schülerinnen und Schüler aus Gelnhausen wanderten zur Günthersmühle und nahmen hier an einem Antidiskriminierungsworkshop und Gesprächen zu Demokratie und gesellschaftlicher Vielfalt statt.
Am Nachmittag zur offiziellen Festeröffnung und Begrüßung waren der Veranstaltungsschirmherr, Matthias Schmitt, Bürgermeister von Biebergemünd, und Landrat Thorsten Stolz sowie der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann anwesend.
Beim gemeinsamen Rundgang über das Gelände mit Informationsständen der Bündnispartner Helping Hands, Amnesty International und Omas gegen Rechts stach neben den „Schildern der Gerechtigkeit“ insbesondere die Ausstellung „Gesicht zeigen gegen Rassismus und Antisemitismus“ von Nico Deeg hervor. Die dargestellten Gesichter aus verschiedenen Kulturen, Religionen und Lebensarten zeigten eindrucksvoll auch deren persönliche Geschichte zu Ausgrenzung, erlebten Vorurteilen, Hass, Hetze und Gewalt.
Der erste Abend klang aus mit dem nachdenklich stimmenden, anspruchsvollen Bühnenprogramm „Mut ist, wenn man trotzdem lacht“ von Tom Kabaredo, der die Anwesenden gleich zu Beginn mit einem KI-generierten Marschlied im Gesangstil von Helene Fischer erschreckte. Ihm folgte zum Abschluss des Tages mit klarer Stimme und Gitarre Danny June Smith mit Protest-, Friedens- und Mutmach-Liedern.
Frieden, Krieg und eine spannende Diskussionsrunde
In den zweiten Veranstaltungstag führten Workshops zu Diskriminierung und Videos von Menschen, die ihre persönlichen Erfahrungen mit Krieg, Verfolgung und gesellschaftlichen Umbrüchen schilderten sowie über ihr Engagement für Frieden und Demokratie sprachen. Eine Geocaching-Tour war im Angebot, bei der die Teilnehmenden spielerisch den „Code für Frieden und Demokratie“ knacken konnten. Hinzu kam noch ein Stand des Weltladens Biebergemünd, der fair-gehandelte Produkte anbot. Gemeinsam mit Amnesty International wurde eine Lesung zum Roman „Badjens“ der Autorin Delphine Minoui durchgeführt. Alle anwesenden Bündnis- und Kooperationspartner erhielten die Möglichkeit, ihre Initiativen und Arbeit vorzustellen.
Einen der inhaltlichen Höhepunkte des Wochenendes stellte die Podiumsdiskussion „Demokratie unter Druck – Wie sichern wir Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt?“ dar. Die Liste der acht Teilnehmer war kontrovers gemischt mit dem evangelischen Pfarrer und Theologen Karl-Friedrich Appl, dem Geschäftsführer des DGB Südosthessen Tobias Huth, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der NaturFreunde Deutschlands Yannick Kiesel, dem ehemaligen CDU-Staatssekretär und Ehrenpräsident des Landessportbundes Hessen Rolf Müller, mit Michael Neuner SPD-Mitglied des Kreistags im MKK sowie Vorstandsmitglied des Demokratiefördervereins youmocracy, Die Linke-Mitglied des Deutschen Bundestages Janine Wissler sowie Beate Boege-Sonneck, Mitglied des Kreisvorstands von Bündnis 90/Die Grünen Main-Kinzig.
Die von Robert Weißenbrunner moderierte Diskussionsrunde brachte bewusst sehr unterschiedliche Perspektiven aus Politik, Gewerkschaft, Kirche und Zivilgesellschaft zusammen. Nach Einschätzung der Veranstalter zeigte die Diskussion sehr deutlich, dass die gelegentlich anzutreffende Darstellung eines weitgehend homogenen Blocks etablierter, demokratischer Parteien und gesellschaftlicher Organisationen der Realität nicht gerecht wird, denn auf dem Podium bestanden erhebliche Unterschiede bei politischen Einschätzungen, gesellschaftlichen Vorstellungen und vorgeschlagenen Lösungswegen.
Rockiger Ausklang eines ausgefüllten Tages
Der Abend schließlich stand ganz im Zeichen der Musik. Mit südamerikanischen Klängen, Bossa Nova und Samba versprühte die brasilianische Sängerin und Gitarristin Tina Freitas mit ihrer Gruppe Lebensfreude und kulturelle Vielfalt an der Günthermühle. Wie der Liedermacher Niko Maiberger aus Biebergemünd anschließend zeigte, wird auch im Spessart ordentlich Musik gemacht. Mit virtuosen Gitarrenklängen zu Protestsongs und Liedern -teils im Kässler Dialekt - zu Frieden und Freiheit bezirzte er das Publikum. Den musikalischen Abschluss an diesem Samstag bestritt die fünfköpfige Rockband Granma Wilpet mit unvergessenen Rockballaden, bravourös vorgebracht, und bei „Smoke on the Water“ kam richtig Stimmung auf. Damit klang der sehr ereignisreiche Samstag an der Günthersmühle stimmungsvoll aus.
Emotionale, bewegende Momente
Der Sonntagmorgen fing schon vielversprechend an. Er sollte zum emotionalen Höhepunkt des dreitägigen Festes für Frieden und Demokratie werden. Rund 150 Besucher waren alleine zum Abschluss mit dem Biebergemünder Kinder- und Jugendchor sowie dem gemischten Chor StimmArt an den Veranstaltungsort gekommen. Matthias Wickert; Sprecher der Kunst- und Kulturinitiative SpessArt06050 e.V., betonte in seiner Begrüßung der Gäste, dass gerade die Stimmen von Kindern und Jugendlichen zu Frieden und Demokratie von großer Bedeutung seien, denn dies sei eine Aufgabe für die Zukunft, bei der jede einzelne Stimme wichtig ist.
Das Lied des Kinderchores mit der Botschaft „Wir sind alle Kinder dieser Welt“ ging unter die Haut. Die Reaktion nach dem von allen drei Chören gesungenen Lied „Wir ziehen in den Frieden“ war langanhaltender Applaus und eine von den Veranstaltern als außergewöhnlich emotional beschriebene Atmosphäre: „Als die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit StimmArt gesungen haben, waren alle von diesem bewegenden Moment ergriffen. Da musste keiner mehr erklären, warum wir dieses Fest gemacht haben.
Wir sagen Dankeschön...
Liebe Mitglieder von SpessArt06050,
SpessArt06050 e. V.
NaturFreunde Offenbach e. V.

















































































































































